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Das Geschäft des Ö3-Chefs

Wer die Musik aus Österreich als geschäftsschädigend betrachtet, hat im Österreichischen Rundfunk nichts verloren.

Georg Spatt macht die österreichische Musikszene für den Hörerverlust von Ö3 verantwortlich. Damit entlarvt er selbst seine gesamte bisherige Vorgehensweise als prinzipiell von einem Vorurteil gesteuert: dem angeblichen Unvermögen der heimischen Musiker, Ö3-taugliche Musik zu produzieren und damit für „sein“ Publikum relevant zu sein.

Das wiederum wirft, objektiv betrachtet, die Frage auf, inwiefern persönlicher Geschmack eines Programmverantwortlichen mit ideologischer Gesinnung entschuldbar sein darf.

In der Regel stecken hinter solch einer Gesinnung, welche die eigene Kultur marginalisiert und die heimische Wirtschaft vorsätzlich hemmt, persönliche Geschäftsinteressen in Absprache mit transnationalen Gruppierungen. – Aber das will man in Österreich niemandem unterstellen, schon gar nicht hochrangigen Mitarbeitern des Österreichischen Rundfunks, die es mehr als zwei Jahrzehnte verabsäumt haben

  • Österreichs Musikszene dem österreichischen Publikum näherzubringen;
  • die Nachfrage nach heimischer Musik und damit ihren Marktwert zu erhöhen;
  • die hier lebenden Musikschaffenden mittels Medienpräsenz zu fördern und ihnen so die Türen zur internationalen Musikszene weit zu öffnen.

Geschäft und Schädigung – oder: Das Leben ist ein Geschäft

ORF-Manager Spatt hat die Musik aus Österreich nachweislich wiederholt und mit Vorsatz als für seinen Sender „geschäftsschädigend“ bezeichnet. Seit seinem Amtsantritt 2002 zeigte er sich nach außen gesprächsbereit, diskriminierte jedoch gleichzeitig eine ganze Musikszene weiterhin aufgrund ihrer Herkunft – während Menschen derselben Herkunft sein Gehalt mitfinanzierten. Er handelte die längste Zeit mit Billigung der ORF-Geschäftsführung, des Gesetzgebers und der Aufsichtsbehörde, die rechtmäßig dem Souverän verpflichtet wären.

Die rasante Talfahrt der Musikszene Österreichs und deren heutige, prekäre Situation des anhaltenden Bittstellertums gehen ebenso eindeutig auf sein Konto wie der nachhaltige wirtschaftliche Schaden Österreichs in Milliardenhöhe infolge der verabsäumten Entwicklung des eigenen Musikmarktes.

Unterdrückung erzeugt Widerstand

Nach der Bürgerinitiative Österreichische Note 1997 gelang es erst 2008 wieder, das Thema mit der Musik-Enquete auf die parlamentarische Tagesordnung zu bringen; und als ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz Ende 2009 das wiedergewonnene Weisungsrecht nutzte, die Radiodirektoren zu einem höheren Österreicher-Anteil zu verpflichten, schien die Ablehnungsfront erstmals zu bröckeln. Der Anteil der österreichischen Musik stieg tatsächlich – aber nur, um nach zwei, drei Jahren erneut in den Keller zu fallen.

Doch anders als früher Franz Morak, der auch als ÖVP-Kulturminister ein einsamer Rufer in der Wüste war, erhielt die neue SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel Unterstützung aus der eigenen Partei. Damit konnte sie den erforderlichen Druck aufbauen, ein erneutes Versanden der Initiative zu verhindern. Als erstes Ergebnis verpflichtete sich ORF-Generaldirektor Wrabetz im Juni 2015, den Anteil von Musik aus Österreich dauerhaft auf 15 Prozent anzuheben.

Was unverzüglich geschehen muß

Nun gilt es, einen Rahmenvertrag mit dem ORF abzuschließen, in dem die zu erreichenden Ziele definiert und der weitere Zeitplan ebenso schriftlich und verbindlich geregelt werden muß – und zwar unhabhängig davon, wer gerade Generaldirektor des ORF ist. pps


PS: Unsere Empfehlung, den jetzigen Ö3-Chef abzuberufen und ihm ein Betätigungsfeld zuzuweisen, wo er der Musik aus Österreich keinen Schaden mehr zufügen kann, haben wir bereits ausgesprochen. Sie bleibt aufrecht!

Zum Beitrag Radio-Statistik 2015

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