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asdf

alles liebe

Letzte Änderung: 13.02.2006

Angelegt von

Allgemeines

Erscheinen bei: off shore
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Ensemble

Tracklist

1. du bist so liab zu mia
2. i mog di
3. ned gnua
4. wundafrau
5. kumm mit zu mia ham
6. duat und do
7. fost scho z'pät
8. lamento
9. sog ma si wos liabs
10. stew in my own salsa
11. summa am laund
12. waun i geh
13. so is es

Musikstile

keine Musikstile verfügbar

CD-Details

CD des Monats – September 2005
Empfohlen von Martin Steiner, Winterthur, Schweiz
Bohatsch & Skrepek: Alles Liebe
Extraplatte
www.extraplatte.at
13 herrlich schleppende, swingende Liebeslieder
Dreizehn Mal singt das Wiener Duo Bohatsch & Skrepek von der Liebe. Wie immer, wenn das bestimmte Gefühl hochkommt, herrscht helle Freude: „I winsl wie a hund, quak wie a frosch und schrei – I mog di“. Dann gehen die Herren zur Sache: „Hoid mi, druck mi, beiss mi, schluck mi, kum vanosch mi, wannst wist wosch mi, reiss ma uns nieda, imma wieda“. Wie immer in diesem Leben kommen nach der Klimax den feurigen Liebhabern erste Zweifel, wie lange das noch weiter geht. „Sie is a Wundafrau“, singt Helmut Bohatsch im Lied „Wundafrau“. Wunder gibt es zwar immer wieder, doch die dauern nur kurze Zeit: „I glaub i bin net mea i, ewig scho kenn i di, frog mi wias weida geht, irgendwos stimmt do net“. Und es kommt, wie es kommen muss: „Es gibt a nix zum wissen, wo ma was des was ma e, es geht an sunst nua gschissn, ma hoit si söwa nua am schmeh“. Da hilft nur noch ein Rezept: „Fernet, Whisky, Zippero und Schnaps mit eingelegte Kräuter, trinken muss er sowieso, liebste tot doch leben geht weiter, hijo, ...“.
Ein Album mit derart intimen Liebes- und Leidesliedern funktioniert nur, wenn die Texte musikalisch und gesanglich kongenial umgesetzt werden. Der hauptberuflich als Schauspieler tätige Helmut Bohatsch spürt genau, wie lange er Silben zerdehnen kann, wie viel Pathos, wie viel Ächzen und Stöhnen, wie viel Säuseln und Schmalz ein Lied verträgt. Der Gitarrist und Perkussionist Paul Skrepek erteilt Branchenkollegen eine Lektion, wie man mit unanständig viel Zeit zwischen den Tönen Wirkung erzielt, er setzt keinen Ton zuviel, aber auch keinen zu wenig. Und wenn im Lied „Ned gnua“ im Bett die Post abgeht, heizen die Herren ihren Akt vom sanften Vorspiel über die beschwingte Bossa Nova zur lodernd flamencoiden Glut auf, nur um wieder sanft wiegend Rückschau zu halten.
Als Anspieltipp für die Liederbestenliste eignen sich der wunderschön schleppende Blues „Kumm mit zu mia ham“ oder das bedächtig swingende „Stew in my own salsa“, dessen Elektrogitarre tönt, als wäre Carlos Santana auf LSD.
Hätte es nie einen François Villon oder Tom Waits gegeben, hätten Bohatsch und Skrepek wohl kaum ein solches Album eingespielt. Doch so echt und stimmig sind Deutsch, pardon wienerisch, gesungene Liebeslieder schon lange nicht mehr daher gekommen. Wer jedoch des wienerischen Dialekts nicht mächtig ist, kann höchstens erahnen, was dort in Sachen Liebe nach ein paar Gloserl Woi so alles abgeht. Da wäre ein Beiheft mit Texten in Druckbuchstaben äußerst hilfreich. Die handschriftlichen Textentwürfe mit unterschiedlichsten Schriftbildern sind zwar ein netter, von Booklet-Grafikern gern eingesetzter Gag. Das Entziffern fremder Schriftzeichen überlasse ich jedoch lieber den Archäologen, die sich an ägyptischen Sarkophagen zu schaffen machen. Trotzdem: Die Arbeit mit dem Textbüchlein lohnt sich und zeigt, dass die Herren dem Thema Liebe mit wahrem Ernst und genau der richtigen Prise Humor begegnen.
Besetzung:
Helmut Bohatsch – Gesang, Perkussion, Melodica
Paul Skrepek – Gesang, akustische und elektrische Gitarre, Perkussion, Schlagzeug
13 Tracks; 45:12

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