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Gute Unterhaltung

Die tanzenden Stars brachten dem ORF erneut eine Traumquote, dem Publikum erstklassige Livemusik und den Musikverständigen eine Klatschkatastrophe.

Wien (9. Mai 2006) – Die Dancing Stars 2006 heißen Kelly Kainz und Manuel Ortega, letzterer ist nicht nur Sänger, sondern auch Mitglied der Musikergilde. Herzlichen Glückwunsch! Ebenfalls gratulieren darf man dem ORF, der auch mit der zweiten Staffel gezeigt hat, was seine Mitarbeiter zustande bringen, wenn man sie nur läßt.

Einen starken Eindruck hat das Dancing Star-Orchester hinterlassen - wie schon bei der ersten Staffel 2005. Jury-Mitglied Nicole Burns-Hansen schätzte es in einem Interview höher ein als die Band der RTL-Version und auch als das BBC-Orchester. Aus England kommt bekanntlich die Vorlage zur Sendung. Dort hat die Musikergewerkschaft das Engagement eines Orchesters durchgesetzt. Auf der musikalischen Insel ist die Musik im Fernsehen live, bei uns muß meist Playback reichen. Qualität kostet natürlich Geld. Je höher die Gage, desto größer die Liebe – es heißt ja auch: Du bist mir wert und teuer.

Hunger und Durst – ein Menschenrecht

An Speis’ und Trank hat es jedenfalls nicht gemangelt. Nach der – bedeutungsschwanger in die Länge gezogenen – Siegerehrung wurde für die geladenen Gäste ein reichhaltiges Buffet eröffnet; möglicherweise als sozialer Beitrag des ORF, um professionelle Mitesser vor dem Verhungern und Verdursten zu bewahren. Vor dem staunenden Auge defilierten pseudoprominente Adabeis, während mitarbeitende und andere wirkliche Künstler oft nur verdattert am Rand des Geschehens standen, ehe sie das Weite suchten.

Karlheinz Hackl, zum Beispiel, durfte während der Sendung zwar in der ersten Reihe sitzen, gleich neben Dancing Star Marika Lichter. Schließlich ist er nicht nur bekannt und beliebt, sondern auch begabt. Sein Platz wurde dann allerdings für ein Interview mit jemand anderem benötigt. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen! Das tat er dann auch.


Das Dancing Stars-Orchester 2005

Neue Gleichheit

Irgendwann gegen Ende des langen Fernsehabends ließ der ORF sogar eine Auflistung aller Mitwirkenden und Mitarbeiter schnell durchlaufen, streng alphabetisch und ohne Angabe, was die betreffende Person beigetragen hat. Nicht einmal Regisseur Kurt Pongratz wurde besonders hervorgehoben. Daher hier die Details zum Nachlesen – soviel Zeit muß sein.

Musikalische Leitung: Thomas Rabitsch
Dirigent: Herbert Pichler

Gesang: Monika Ballwein, Juci Janoska, Gary Lux, Bernhard Rabitsch, Andie Gabauer
Trompete: Josef Burchartz, Aneel Soomary
Altosax/Flöte: Martin Fuss
Tenorsax/Klarinette: Thomas Kugi, Christian Maurer
Posaune: Christian Radovan
Baß: Robert Pistracher
Gitarre: Andy Bartosh
Drums: Wolfgang Luckner, Markus Adamer, Florian Holoubek
Percussion: Luis Ribeiro, Ingrid Oberkanins
Keyboards: David Lackner, Albin Janoska, Dieter Kolbeck
Akkordeon: Krzysztof Dobrek, Milos Todorovski
Streicher: Ensemble Rondo Vienna
Barbara Helfgott, Gisela Kulmer, Gerda Hanke, Maryam Sadrsalek, Rita Cuda, Tina Heumesser, Claudia Sallager-Lehner, Annette Mittendorfer, Christine Pawlik, Katharina Göbl


Das Dancing Stars-Orchester 2006

Arrangeure: Andy Bartosh, Bob Gutdeutsch, David Lackner, Herbert Pichler, Andreas Radovan, Thomas Rabitsch, Erwin Bader, Stephan Kolber, Harald Sulzbacher, Peter Paul Skrepek, Richard Österreicher, Gerrit Wunder
Kopisten: Christian Mühlbacher, Gerrit Wunder, Christoph Stocker, Fabia Paller, Uli Ullrich, Dorothee Badent, Erika Chun, Georg Furxer

Koordination: Anja Rabitsch, Anna Mendt
Inspizienz: Viktoria Lang-Muhr
Live-Aufnahme ORF: Gerhard Jansa, Thomas Stögmüller
Monitormix ORF: Gerald Taucher

Resümee: Gute Fernsehunterhaltung, von heimischen Menschen professionell produziert und präsentiert, erreicht auch heute noch ein Massenpublikum. Mehr kann man nicht erwarten. Bleibt zu hoffen, daß die ORF-Führung diese Programmschiene weiter ausbaut und Eigenproduktionen eine Chance gibt. Vor jeder Sendung sollte das Saalpublikum allerdings einen Klatschkurs erhalten, damit es erstens die Musik nicht stört und zweitens selbst nicht wie ein Blinder vor einem Gemälde stehen muß. Daß man zu Tanzmusik normalerweise auf Zwei und Vier klatscht, wußte das angloamerikanische Publikum bereits in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts.

PS: Wie aus gewöhnlich gut uniformierten Kreisen verlautet, plant der ORF nach diesem großen Erfolg tatsächlich eine Sendereihe, in der die Live-Musik nicht nur eine dienende Funktion hat, sondern im Mittelpunkt steht. Die Konzepte liegen seit längerem in irgendeiner Schublade der Unterhaltungsabteilung. Einzige Bedingung: Das Publikum muß richtig klatschen. pps

Fotos: ORF

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