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Sabina Hank & Willi Resetarits

Sabina und Willi eröffneten die Rote Bar im Wiener Volkstheater mit ihren "Abendliedern" am 6. September 2005. Ein Bericht von Franz Deckenbach.

Wien - Schon von weitem ist erkennbar, daß sich mit Beginn der ersten Saison der Direktionszeit Michael Schottenbergs im Volkstheater etwas geändert hat: Vom Dach strahlt, weithin sichtbar, ein roter Stern. Auf der Seite des U-Bahn-Aufganges kündigt eine Leuchtschrift die neuen Programmpunkte an, und eine der Seiten des Volkstheaters ist durch rote Lampen ausgeleuchtet. Genau dort hin zieht es den Schreiber dieser Zeilen, denn an dieser Stelle befindet sich der Aufgang zur neuen Roten Bar.

Im ersten Stock angekommen, die große Überraschung: Über die Sommermonate wurde der ehemalige Rauchsalon des Theaters zu einer Bar voll Atmosphäre umgebaut. In den alten Polstersesseln sitzt man bequem vor der kleinen aber feinen Bühne und wird vom freundlichen Personal bedient. Der Chef des Hauses bringt persönlich die Vorhänge in die richtige Position, lädt zum Chillen ein und sagt die Akteure des Abends an: Als Ergänzung zum Stück Spiegelgrund hat Sabina Hank unter dem Titel Abendlieder Texte von Jura Soyfer vertont. Den Gesangspart übernahm Willi Resetarits, begleitet wurden sie von Gerald Preinfalk am Saxophon und an der Baßklarinette sowie Karl Sayer am Kontrabaß. Da die Musik keineswegs in die Kategorie "Extrem-Jazz" fiel, sondern im Gegenteil sehr melodiös war, wurde es ein höchst eindrucksvoller Abend.

Erstens waren Sabina Hanks Vertonungen grandios [wobei es sehr interessant war, diese Texte, die man großteils vom Jura Soyfer-Programm der Schmetterlinge schon kannte, mit neuer Musik zu hören], zweitens waren die musikalischen Darbietungen erste Güteklasse [was wieder einmal mehr bewies, daß österreichische Musiker mit der Weltklasse im Jazz locker mithalten können], und drittens war der Rahmen des Konzerts vom Feinsten. Einen musikalischen Favoriten zu nennen fällt schwer, beeindruckend waren das Wanderlied und das Lied vom einfachen Menschen [mit einer neuen wienerischen Note], wobei aber keines der weiteren Lieder schwächer als diese beiden waren.

Man kann sich nur wünschen, daß sich die Rote Bar als Spielstätte für Konzerte und Aufführungen im intimen Rahmen etablieren kann. Auf jeden Fall ist Michael Schottenberg mit diesem Programm und dieser Bar der erste große Wurf seiner Intendanz gelungen.

Resümee: Ein höchst eindrucksvoller Abend, der in meiner persönlichen Konzertwertung des Jahres 2005 locker den zweiten Platz erringen konnte – den ersten Platz hält noch immer Stinatz grüßt Aussee mit Florian Randacher und Willi Resetarits am 23. Juli in Spitz.

PS: Michael Schottenberg soll sich nicht - und er wird es auch nicht tun - von Leserbriefen und Kommentaren in diversen Zeitungen irritieren lassen, in denen der Sowjetstern kritisiert wird. Demokratie und Kultur in Österreich sind sicher so gefestigt, daß sie einen leuchtenden roten Stern am Dach des Volkstheaters aushalten. Und glücklicherweise steht ja das Volkstheater neben dem Weghuberpark und nicht in der Siebensterngasse. fd

Fotos: Bernd Schweinberger

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