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Ron Glaser - ein Nachruf

„And when I'm gone think of these words, my friend.” Chris Fillmore nimmt Abschied von seinem Seelenbruder.

Wien (2. Februar 2022) - „And when I'm gone think of these words, my friend.” Diese Zeile aus unserem Lied „The Pledge”, welches auf einem Gedicht basiert, das Elvis Presley 1967 geschrieben hat und das Ron und ich dann im Jahr 2018 vertont und aufgenommen haben, beschert mir heute Gänsehaut. Denn es ist die einzige Textzeile, die Ron damals zum Lied beigesteuert hat. Heute ergibt das alles einen größeren Sinn für mich. Der Text hat natürlich auch vorher Sinn ergeben, aber jetzt ist es als würde sich der Kreis schließen - für die Ewigkeit.

Ist es Zufall, daß Ron damals ausgerechnet diese Worte in den Sinn kamen?

Ist es Zufall, daß wir uns damals in dieser lauen Sommernacht im Juli 2018 das erste Mal begegneten - wenn auch nur virtuell im Chat - und wir in derselben Nacht dieses wunderschöne Lied geschrieben und aufgenommen haben - fix und fertig?

Ist es Zufall, daß dieser Song 2019/2020 zur offiziellen Stadthymne von Elvis' Geburtsstadt Tupelo, Mississippi ernannt und uns aufgrund dieses Liedes auch die Ehrenbürgerschaft dieser Stadt verliehen wurde?

Ist es Zufall, daß es das bedeutenste Lied wurde, das Ron jemals aufnehmen sollte? Ich glaube nicht an Zufälle. Denn es fällt einem zu, was fällig ist - alles zu seiner Zeit.

Ron Glaser Gitarre
Das alles klingt wie ein schönes Märchen

Und wie das in Märchen so üblich ist, hat auch diese Geschichte ihre Könige und Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen … und alle haben und hatten sie eine ungemein wichtige Rolle: Elvis, Ron, ich, meine Mama, meine Schwester Manuela, Rene, Theresia, Linda, Melissa, Dick, Jason, Danny, Billy, Manuela, Helena, Werner, Sascha, Tina, die Dudes, die King's Men ... und noch viele mehr. Ich bin unendlich dankbar für diese Reise und all diese Begegnungen.

Was kann, soll bzw. will ich hier über meinen lieben Freund noch sagen? Ron Glaser, der Sänger, Musiker und Frontman, war eine Naturgewalt. Ein Talent wie man es nur selten findet. Ein absoluter Profi auf der Bühne, der es verstand sein Publikum aber auch seine Musiker in höhere Sphären zu tragen. „Ich habe noch nie jemanden gehört, der mehr nach Elvis klingt als Ron Glaser”, sagt Elvis' langjährige Lebensgefährtin Linda Thompson. Das will was heißen. Ed Enoch, ein ehemaliger Background-Sänger aus Elvis' live Band meinte „Er klingt wie er!”

Mich haben all diese Auszeichnungen nie überrascht, denn ich wußte, wie es sich anfühlte neben Ron zu sitzen und ihm zuzuhören, während ich ihn auf der Gitarre begleitete. Die Besonderheit bei Ron war auch, daß er nicht nur Elvis' Stimmfarbe abrufen konnte, indem er einfach einen „Schalter umlegte”, wie er immer sagte - Ron hatte auch das richtige Feeling, das „Elvis-Feeling”. Und darum war er auch so unglaublich authentisch, wenn er „Elvis” sang. Es macht mich grad traurig, wenn ich daran denke, denn ich werde diese intimen Momente schrecklich vermissen.

Ron Glaser, 12. Februar 1984 - 30. Dezember 2021

Es wäre allerdings nicht fair, Ron nur auf Elvis zu reduzieren. Ja, Elvis war seine Mission im Leben. Das steht außer Frage. Aber abgesehen davon war Ron auch ohne Elvis ein unglaublich beeindruckender, talentierter und gefühlvoller Sänger und Musiker. Er war eben „echt”.

Manche Medien bezeichneten Ron in ihren Nachrufen als „Austro-Elvis”. Mir ist klar, daß das nie respektlos gemeint war, aber für jemanden wie mich, der Ron und sein Talent so gut kennt, klingen Bezeichnungen wie diese unwürdig. „Austro-Elvis”. Da denke ich an einen Zirkusclown, aber nicht an Ron Glaser, das Ausnahmetalent. Aber sei's drum, es geht ja hier nicht um diverse Medien und deren Berichterstattung.

Zum „privaten” Ron möchte ich nicht allzuviel sagen, denn ich weiß, wie heilig ihm seine Privatsphäre war. Zum besseren Verständnis ist es aber vielleicht wichtig zu wissen, daß Ron abseits der Bühne eher still, introvertiert, schüchtern, nachdenklich bzw. auch oft unsicher war. Und er hatte ein riesengroßes Herz. Gütig und rein wie eine Kinderseele. Ja, er war auch hier seinem großen Vorbild nicht unähnlich. Natürlich war Ron auch ein lustiger, lebensfroher Mensch, voller Energie. Aber im Kern seiner Seele war er eine ruhige, sehr spirituelle und bedachte Person. Ron war ein „Suchender”…

Viele außergewöhnliche Persönlichkeiten waren Zeit ihres Lebens auf der Suche nach etwas, das sie nie finden konnten. Der unermüdliche Drang nach den Sternen zu greifen, beherrscht die Seele. Auch Ron war stets auf der Suche nach seinem Stern. Und es gibt mir Trost zu wissen, daß er ihn nun gefunden hat.

Ron Glaser Solo
„Die Sterne bringen mich immer zum Träumen. Warum, sage ich zu mir, sollten die Lichtpunkte am Firmament für uns unerreichbar sein? Vielleicht braucht es den Tod, um zu den Sternen zu gelangen” - Vincent van Gogh

As l place my hand upon your heart
And you place yours on mine
I can feel your soul as you do mine
Honor, praise and keep it
For all time
And if either one should have a doubt
Now is the time to believe
Don't back out
You just hold my words true
For where l go you'll be there, too
What we share in confidence
Even in death cannot part
For it comes not from the mind
But from the heart
And when I'm gone
Just feel my warm embrace
There is nothing left to do
I love you - my friend
...
And when I'm gone - think of these words
My friend.

THE PLEDGE
Music: Chris Fillmore
Text: Elvis Presley, Billy Smith, Chris Fillmore & Ron Glaser

Fotos: Manuela Fuchs, Glaser/Fillmore

Chris Fillmore und Ron Glaser

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