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Musik aus Österreich weiter boykottiert

Allen Anstrengungen von SOS-Musikland zum Trotz wird Musik aus Österreich von den ORF-Radios weiter ausgeschlossen.

Wien (13. Juni 2009) – Zwei Prozent weniger Musik aus Österreich bekam das Radiopublikum in den ORF-Musikprogrammen im vergangenen Jahr 2008 zu hören. Damit ignorierte das ORF-Management die Forderung der Initiative SOS-Musikland nach einer deutlichen Steigerung des heimischen Musikanteils.

Mehr Musik - auch mehr Österreicher?

Insgesamt sendeten alle ORF-Radios zusammen 2008 wieder mehr Musik: rund 4,5 Mio. Minuten. Davon stammten rund 850.000 Minuten - 18,8 Prozent - von Komponist/innen, die über die österreichische Verwertungsgesellschaft AKM abrechnen. Zustande kommt diese Erhöhung um 2,4 Prozentpunkte durch den vermehrten Einsatz von Signations, Werbe- und Hintergrundmusik aus Österreich.

Im Musikprogramm der ORF-Radios hat Musik aus dem eigenen Land allerdings noch weniger Platz als ein Jahr zuvor. Am wenigsten in Radio-Wien mit 3,19 Prozent 2008. Vor zehn Jahren waren es noch 11,4 Prozent.

Radio Wien: schlechtester Wert seit Aufnahme des Sendebetriebs
Quelle: AKM-Sendezeitstatistik - Grafiken: Musikergilde

»Radio Wien programmiert inländisches Repertoire in Grund und Boden. Musik aus Österreich wird zwar angekündigt, gespielt wird sie aber praktisch nicht mehr, sondern befindet sich bereits im freien Fall«, kommentiert ein Mitglied der Verhandlungsdelegation von SOS-Musikland den dramatischen Niedergang.

In allen anderen Landesstudios blieben die Anteile im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil. Jazz, Blues, Volks- und Weltmusik wurde auf Ö1 um 0,75 Prozentpunkte mehr gesendet [8,28 %], lebende E-Musikkomponist/innen um 0,48 Prozentpunkte [6,31 %]. Während FM4 mit 17,22 Prozent deutlich weniger Österreicher spielte [2007: 19,31 %], erreichte der heimische Anteil bei Ö3 6 Prozent, das entspricht einer Erhöhung um 0,51 Prozentpunkte. Ö3-Chef Georg Spatt erhielt kürzlich einen Preis für die Förderung österreichischer Popmusik - zum Artikel.


Verhandlungen mit dem ORF-Management ohne Ergebnis

Seit der Parlaments-Enquete Musik Anfang Juni 2008 - zum Video - stellte die ORF-Führung wiederholt eine Erhöhung des Anteils von Musik aus Österreich in Aussicht. Die Verhandlungen mit den Interessenvertretungen von Musikschaffenden und Musikwirtschaft wurden im März 2009 vom ORF jedoch abgebrochen. Allen Bemühungen von SOS-Musikland um eine Lösung zum Trotz bleibt Musik aus Österreich bei den ORF-Radios weiter ausgeschlossen. Auf die Forderung der Initiative, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, reagierte das ORF-Management bisher nicht.


PS: Um fünf Prozent werde der ORF den Österreich-Anteil freiwillig anheben - vielleicht, hieß es in einer ORF-Aussendung schon vor Monaten. Bis jetzt ist lediglich eine Veränderung um zwei Prozent eingetreten - nach unten! pps

Weitere Informationen unter SOS-Musikland

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