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Immer mehr Arme

»Die pro Kopf-Verschuldung haben wir alle real, das Vermögen nur statistisch«, sagt Volker Pispers. »Wir müssen endlich auch die Beine vertreten«, sage ich.

Wien [27. September 2013] - Mit dem Elend anderer treibt man keine Scherze! Mit dem eigenen sowieso nicht – außer man ist Humorist.

Also, jetzt im Ernst: Dank der Erhebungen der Nationalbank ist die Verteilung des Vermögens in Österreich bekannt. Einer aktuellen Studie der Universität Linz zufolge verfügt ein Prozent der Haushalte über 37 Prozent des Nettovermögens; pro Kopf im Schnitt drei Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der Millionäre in Österreich um zehn Prozent. Änderungen sind von dort her nicht zu erwarten.

Diesen überaus Gutsituierten steht eine große Mehrheit von Besitzlosen gegenüber. Denen ist es zwar erlaubt, sich zu organisieren und zu wählen, doch ein allgemeines Wahlrecht allein macht noch keine Demokratie. Eine durch Prinzessinnengeschichten und Gladiatorenkämpfe abgelenkte Masse begeht keine Revolution! Selbst wenn viele argwöhnen, von vorn bis hinten belogen zu werden: Am Ende wählt der Stimmbürger wieder Brot, Bier und sichere Pensionen.

Wann immer es zu grundlegenden Umwälzungen gekommen ist, haben die gut Gebildeten mit ausgeprägter Erkenntnisfähigkeit die Initiative übernommen. Heute würden wir diese Gruppe Intellektuelle nennen. Sie stehen permanent unter strenger (Selbst)Beobachtung, damit sie ja kein verbotenes Wörtchen benutzen. Von den [scheinbar] Mächtigen hofiert, dienen sie im schlechtesten Fall deren Interessen als Vernebler und Schönfärber. Die üblichen Nutznießer des Systems kann man täglich in den Massenmedien erleben.

Wortreich erklären sie, warum wir mit den Sklaven auf der anderen Seite der Welt in Konkurrenz treten müssen – um auch so frei zu sein, uns um die letzten Krümel zu streiten. Wir müssen sparen, obwohl wir die Krise angeblich sehr gut bewältigt haben. Unser Vermögen liegt auf der Bank. Da ist es sicher. Vor uns.

Wo war mei Leistung?

Den kritischen Punkt haben wir überschritten, seit es möglich ist, ohne eigene Arbeit reich zu werden. [Manche werden anmerken: Das ist ohnehin der einzige Weg.] Einer vermeintlich schlauen Finanzindustrie ist es gelungen, was Alchemisten vergeblich versuchten: Gold zu machen. Und das, ohne einen Finger zu rühren: durch Kredit und Schulden – durch künstliche Krisen und durch Spekulation. Mit dem arbeitslos erschwindelten Vermögen kaufen diese Schattengestalten erst die Politik und dann Land und Leute – alles ganz legal.

Die Sache geht durch den eingebauten Systemfehler natürlich regelmäßig den Bach hinunter. Der Absturz ist quasi vorprogrammiert. Aber das kann dauern. Akut gefährlich wird es, wenn zu viele helle Köpfe ebenfalls den sozialen Abstieg mitmachen. Dann bekommen umstürzlerische Ideen Oberwasser, und vor blutigen Revolutionen haben die Besitzenden zu Recht Angst, weil es ihnen dann an den Kragen gehen könnte. Ganz persönlich.

PS: Bisher sind alle Revolutionen gescheitert. Am Ende haben Revolutionäre und Sklaven die Kerkermauern wieder errichtet - stets höher als zuvor. pps

Zitat Horst Seehofer im BR

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