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Festplattenabgabe kommt nicht

Die geplante Vergütung für die legale Privatkopie wurde auf Eis gelegt. Gratiskultur und Elektrohandel haben sich durchgesetzt. Ein schwerer Rückschlag für die Musikkultur.

Wien (16. März 2013) - Nach monatelangen Verhandlungen ist es nun amtlich: Die Festplattenabgabe sei in dieser Legislaturperiode nicht verwirklichbar, weil "die Meinungen weit auseinanderliegen", erklärte Justizministerin Beatrix Karl gestern in einem Interview mit der Presse. Hinter dieser noblen Umschreibung steckt massives Lobbying einer merkwürdigen Allianz aus Geschäftemachern und Gratisblitzern. Die Kunst bleibt auf der Strecke. Während Technikbegeisterte für ein "cooles" Mobiltelefon Hunderte Euro hinlegen, darf die darauf kopierte Kunst nichts kosten. Keinen Cent.

Freibier für alle! Nieder mit den Brauereien!

Dafür startete ein findiger Zwischenhändler sogar eine Bürgerinitiative – eine willkommene Gratiswerbung in allen Medien! Zusätzlichen Schub erhielt die Kampagne durch die Politik. So propagierte der Grüne Wolfgang Zinggl eine Breitbandabgabe, auch wenn Österreich von einer flächendeckenden Versorgung mit Hochgeschwindigkeitsverbindungen noch weit entfernt ist. Ins selbe Horn stieß auch Christoph Matznetter vom Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband, und Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, schrieb fleißig Briefe, in denen er vor dem Untergang der Computerbranche warnte. Handel und Gerätehersteller liegen diesen Interessenvertretern sichtlich mehr am Herzen als Kunstschaffende und -produzenten.

Copy+paste-Kunst

Welchen Sirenengesängen jedoch die SPÖ-Kultursprecherin Sonja Ablinger erlegen ist, wissen nur die Götter. Sie lehnte die Vergütung für private Kopien auf moderne Speichermedien von vorherein kategorisch ab.

Eines ist unseren Widersachern allerdings klar: Das Urheberrecht gehört abgeschafft. Denn die so genannten Prosumer und Mashup-Techniker werden in der kommerziellen Auswertung von Kunst, die sie mittels Kopier- und Einfügetaste "geschaffen" haben, behindert. Musikerinnen und Musiker sollen ihre Werke und Aufnahmen daher kostenlos zur Verfügung stellen, alles andere wäre eine Einschränkung der "Kreativität". Urheber- und Leistungsschutzrecht sind folgerichtig von gestern; und wer sich nicht freudig enteignen läßt, gilt als Anhänger eines überholten Geniekultes des 19. und 20. Jahrhunderts.

Ave, Cäsar! Morituri te salutant

Schöne neue Welt. Alles ist schon komponiert und eingespielt. Warum also noch ein Instrument erlernen? Viel zu mühsam! Zuerst kopieren wir die Werke, dann kopieren wir die Menschen. pps

PS: Wer die meisten Klone produziert, gewinnt jede Wahl.

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