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Albert Kreuzer 1960 - 2011

Der Musiker erlag im 52. Lebensjahr am 7. April 2011 nach einem Unfall seinen schweren Verletzungen. Ein Nachruf von Peter Paul Skrepek.

Albert Kreuzer, geboren am 28. Februar 1960 in Regensburg, war ein Obertonhörer. Als studierter Bassist muß er das gewesen sein. Obertonhörer hören, wie der Name schon sagt, Obertöne besser und spielen daher Grundtöne. Alberts Grundtöne hörte ich erstmals bei Inkognito, wo er mit Peter Legat, Martin Fuss, Gerhard Reiter und Joris Dudli im Wiener Club Titanic auftrat. Das Titanic war Anfang der 80er Jahre ein Musikerlokal, dort wurde auch die Idee für die Musikergilde geboren.

Bei Inkognito und Ostinato sorgte Albert Kreuzer für die funky Groove mit sattem Jazzfundament, bis er 1986 das Wiener Konservatorium als Bassist und Komponist mit Auszeichnung abschloß. Mit diesem Wissen ausgestattet gründete er die Albert Kreuzer Big Band und hatte – "nebenbei" – mit Obsession und Rubberfinger zwei weitere Projekte am Kochen.

Im Laufe seines Musikerlebens spielte er mit weiteren großen Kollegen wie Harry Pepl, Thomas Lang, Peter Herbolzheimer, Bob Mintzer, Gil Evans und George Benson. Er unterstützte auch notleidende Komponisten wie Andrew Lloyd Webber durch seine Mitwirkung bei Cats. Ein Musical hat Albert Kreuzer meines Wissens allerdings nie geschrieben. Dafür erhielt er den Kompositionspreis des Landes Niederösterreich.

Seine Sicht der Welt und seine musikalischen Kenntnisse vermittelte Albert in zahlreichen Workshops und seit 1993 als Lehrer [Professor] für elektrischen wie akustischen Baß an der Wiener Musikuniversität, deren Big Band er ebenfalls leitete. Bereits vier Jahre zuvor gründete er die Niederösterreichische Jazz Akademie.

Albert Kreuzer war nicht nur dort Direktor. Er besaß ein tiefes, intuitives Wissen um die Zusammenhänge, das er in seiner ruhigen Art sowohl als Lehrer wie als Musiker vermitteln konnte. Er schaffte es, selbst Kompliziertes einfach und mühelos erscheinen zu lassen. Als er auf der Kellertreppe zu seinem Studio den Halt verlor und an den erlittenen Kopfverletzungen starb, ist Albert Kreuzer fortgeflogen – in eine höhere Sphäre, um dem Chor der Obertöne seinen ewigen Grundton hinzuzufügen.

Wir verabschieden uns von Albert Kreuzer am Samstag, dem 16. April 2011, um 14 Uhr in der Pfarrkirche 3720 Ravelsbach. Danach wird der Verstorbene nach Pfaffstetten überführt und am dortigen Ortsfriedhof beigesetzt. pps

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