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Bergauf geht es langsamer

Ende 2009 trat die Charta für österreichische Musik in Kraft. Nun liegen die AKM-Zahlen für 2010 auf dem Tisch. Eine Analyse.

Wien (1. Juli 2011) - In der österreichischen Musikcharta erklärte der ORF im Dezember 2009, in Zukunft mehr österreichische Musik als bisher zu senden. Innerhalb zweier Jahre werde er eine Steigerung von 23 auf 30 Prozent von heimischen Interpreten realisieren [entspricht einer Anhebung von rund 15 auf 20 Prozent Kompositionen im Radio-Musikprogramm]. Darüberhinaus verpflichtete sich ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz dafür zu sorgen, daß die Sender mit dem geringsten Anteil, Radio Wien und Ö3, jährlich mindestens zwei Prozentpunkte mehr heimische Interpretationen senden werden.

Wie wirkte sich diese Selbstverpflichtung aus? Über die Steigerung bei den Interpreten haben wir hier bereits berichtet. Nach Auswertung der ORF-Sendemeldungen liegt nun auch die relevante AKM-Statistik der Kompositionsanteile vor; und diese weist tatsächlich eine Steigerung um rund acht Prozent von 14.43 auf 15.61 Prozent aus [plus 1.18 Prozentpunkte].

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FM4 steigerte den Österreicher-Anteil um rund 16 Prozent von 17.46 auf 20.25 Prozent [plus 2.79 Punkte]. Ö3 gelang eine Anhebung um mehr als 34 Prozent von 5.96 auf 8.01 Prozent [plus 2.05 Punkte], während die außergewöhnliche Steigerung heimischer Interpreten auf Ö1 bei den Kompositionen aller Stilrichtungen nur geringe Auswirkungen zeitigte. Addiert man die Abrechnungskategorien E und U, so wurde das Musikprogramm 2010 zu 11.54 Prozent mit E- und zu 9.45 Prozent mit U-Musik aus Österreich bestritten: ergibt zusammen rund 21 Prozent Österreicher-Anteil auf Österreich 1.

ORF-Landesstudios profilieren sich

Spitzenreiter beim Zuwachs ist Vorarlberg, dessen Landesstudio den Österreicher-Anteil im Vergleich zu 2009 um mehr als 21 Prozent angehoben hat, und zwar von 12.64 auf 15.35 Prozent [plus 2.71 Punkte] – gefolgt von Radio Steiermark mit rund zehn Prozent Steigerung von 20.98 auf 23.06 Prozent [plus 2.08 Punkte].

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Radio Kärnten hingegen liefert ein Beispiel, daß die Anhebung bei Interpretations- und Kompositionsanteilen auch sehr unterschiedlich ausfallen kann. Den 32.52 Prozent Interpreten [Juli 2010, plus 31 Prozent] stehen 17.22 Prozent Kompositionen [plus 5 Prozent] gegenüber. Vermehrter Österreicher-Einsatz im Bereich der traditionellen und nicht geschützten Volksmusik dürfte dieser Entwicklung ebenso zugrunde liegen wie die Tatsache, daß die gesendeten deutschsprachigen Schlager häufig nicht von Österreichern komponiert worden sind, bzw. von Österreichern wie Udo Jürgens, der über die Schweizer Verwertungsgesellschaft SUISA abrechnet.

Stillstand bei Radio Wien

Radio Wien schaffte die verpflichtende Erhöhung hinsichtlich der heimischen Kompositionsanteile nicht und bleibt diesbezüglich – trotz starker Anhebung bei den Interpretationen [plus 46 Prozent] – weiterhin ein entwicklungsfähiger Sonderfall.

Resümee: Nach dem Absturz, dem viele Musikschaffende und -produzenten zum Opfer gefallen sind, geht es endlich wieder aufwärts – langsam, aber stetig. pps

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