Befreiung von der eigenen Mündigkeit Hinter verschlossenen Türen werden multinationale Abkommen oft verhandelt – und tendieren zum Scheitern, sobald die Öffentlichkeit vom Inhalt Wind bekommt. Wien (16. August 2010) – Schweigen im Walde. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht! Versagt allerdings die Geheimhaltung, müssen sich die Geheimniskrämer der demokratischen Öffentlichkeit stellen – und zurückrudern. So geschehen mit dem MAI [Multilaterales Abkommen zu Investitionen], das nach einer Veröffentlichung im Internet 1997 nicht zustande kommen konnte. Gleichzeitig mit der offiziellen Verlautbarung des Scheiterns gaben die MAI-Betreiber allerdings bekannt, unverzüglich woanders fortzufahren – auf WTO-Ebene. Globales Wirtschaften verlangt nach globalen Regeln. Im Zentrum der Unaufmerksamkeit steht derzeit ein geplantes Anti-Piraterie-Abkommen, kurz ACTA. Dieses Abkommen wird seit Jahren verhandelt – im Geheimen. Denn, und das müssen wir schon verstehen, nicht jeder kann mitreden. Vor allem, wenn es um eine komplexe Materie geht. Piraterie und Urheberrecht Zuletzt konferierten Vertreter der USA, der EU, Japans und acht weiterer Staaten Ende Juni 2010 im Schweizerischen Luzern. Die dort vereinbarte Fassung des Vertragstextes wurde von den Verhandlungsparteien nicht veröffentlicht. Wie üblich. Eine einzelne, nicht namentlich genannte Verhandlungsdelegation hatte sich dagegen ausgesprochen.  | Mit dem Lissabon-Vertrag erhielt der Souverän – in der Theorie: das Volk – das Recht auf Information über die Schritte der EU-Kommission. Dementsprechend wurden die EU-Parlamentarier über das Ergebnis des Treffens in Luzern informiert. Mündlich [kein Druckfehler]. In geschlossener Sitzung – und zum Stillschweigen verpflichtet. Schriftstücke bekamen Volksvertretern nicht zu Gesicht. Daß das EU-Parlament gemäß Artikel 218 Lissabon Vertrag "unverzüglich und vollständig auf allen Stufen des Verfahrens" informiert werden muß, wurde ignoriert. | So sind wir auf logische Schlüsse angewiesen, die aufmerksame Beobachter aus den bisher vorliegenden Berichten ziehen können. Offenbar geht es nicht nur um die Bekämpfung der Produktpiraterie. Ein willkommener Nebeneffekt ist die gesetzeskonforme Totalüberwachung des weltweiten Datenverkehrs. Denn: Jeder Mensch ist ein potentieller Verbrecher. Ein Sicherheitsrisiko, das im Auge behalten werden muß. Krieg der Rechtssysteme Im wesentlichen geht es auch um eine Ausdehnung des produzentenfreundlicheren US-Copyrights auf Europa und den Rest der Welt. Zur Erinnerung: Während in Europa der Urheber im Vordergrund steht [Urheberrecht], befaßt sich das angelsächsische System in erster Linie mit dem Schutz des Herstellers z. B. vor unerlaubtem Kopieren seines Produkts [Copyright] – und negiert das Recht auf Privatkopie. Nach dem Motto: Eine private Kopie verletzt das Recht auf geistiges Eigentum zwar nicht, aber man wird es doch noch behaupten dürfen. Millionenklagen Durchgesetzt werden soll die US-Rechtsauffassung mit Millionenklagen von Unterhaltungskonzernen und deren Interessenvertretungen gegen Einzelpersonen. Nun plant die EU eine Methode namens Three Strikes zu verankern. In Frankreich drohen seit Anfang 2010 allen "Raubkopierern" nach zwei Verwarnungen per Email und Brief einjährige Sperren ihres Internetzugangs. Dazu kommen gegebenenfalls Geldstrafen von bis zu 300.000 Euro und eine dreijährige Gefängnisstrafe. Als "neue Bestimmung zur Internetfreiheit" gepriesen, soll nun in der ganzen EU die Möglichkeit von Internetsperren möglich werden – natürlich nur zur Stärkung der Bürgerrechte, versteht sich. Globales Wirtschaften verlangt, wie bereits gesagt, nach globalen Regeln – und nach einer globalen Exekutive: der Weltregierung und ihrer Weltpolizei. pps
PS: Wovon sollen Musikschaffende in dieser schönen neuen Welt leben? Antworten auf diese berechtigte Frage hier.
Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel
Bisherige Leserbriefe
|
| Robert Hutya, 16.08.2010, 15:30 |
| Was soll man da hinzufügen? |
|
|
|
Willy Fantel, willyfantel bkf.at, 16.08.2010, 18:15 |
| Ich könnte mich mit der Idee anfreunden, aber meine Greissler (Hofer, Lidl etc) haben dafür gar kein Verständnis. Also allein der Gedanke ist sowas von absurd, dass man dafür im Mittelalter ganz fest ausgepeitscht worden wäre. |
|
|
|
Ernst Friedl, ernst.friedl gmx.net, 16.08.2010, 22:16 |
Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr, $m)(?ßpch...
Mir steigt bei so was immer noch die Galle hoch! |
|
|
|
| Thomas, 17.08.2010, 18:30 |
Wie vielleicht manche unter euch wissen, stört es mich immer wieder, wenn PPS in seinen Kommentaren nicht ein Musikthema behandelt, sondern recht allgemein politische Überzeugungen darlegt. Was mich dabei vor allem stört, ist, dass er Meinung, Moral, Kritik und Information so wild durcheinander mixt, dass man kaum noch nachvollziehen kann, was jetzt was ist, um das dann sogar noch mit Häme, Ironie und populistischen Bemerkungen kräftig zu würzen. So geht das einfach nicht und deshalb stimmt auch hier vieles wieder mal nicht und ich muss einmal mehr den obigen Behauptungen ganz generell widersprechen.
Ich werde am Ende meiner Stellungnahme ein paar Links angeben, die das Thema ausführlicher und besser behandeln.
Zunächst einmal: Es sollte bekannt sein, dass es im gesamten Tierreich Individuen gibt, die, um Nahrung zu bekommen, fischen, fliegen, bauen, sich eben abmühen und dafür mitunter sogar Werkzeuge in die Hand nehmen. Es gibt aber auch Individuen, die dabei sehr geschickt sind, dann demjenigen, der sich abgemüht hat, die Nahrung zu klauen. Bei den Menschen ist und war das nie anders. Vor mind. 500 oder 1000 Jahren und mehr ist man üblicherweise bewaffnet gewesen, um sich vor Räubern zu schützen. Das ist woanders auch heute noch der Fall. Nur der moderne Rechtsstaat hat es geschafft, dass Menschen ihr Eigentum schützen können ohne sich dafür schwer bewaffnen zu müssen. Und das ist auch gut so! Man darf es ruhig auch mal "Zivilisationsgesellschaft" nennen!
Seit einigen Jahren haben wir das Internet. Und wir erleben eine Zeit, in der die (meisten) Menschen alles möglichst billig erwerben wollen, um möglichst viel besitzen zu können und im Internet sehr vieles sogar ganz umsonst zu haben ist. Wir gehen der Umsonst-Gesellschaft entgegen! Nur wird die früher oder später nicht mehr funktionieren. Die Umsonst- und Billig-Gesellschaft macht die Menschen arbeitslos und bringt Firmen in Konkurs und öffnet dem Diebstahl und der Raubkunst durch Billiglohnländer wie China Tür und Tor.
Das Internet weiß nicht, und der gemeine Internetbesucher schon gar nicht, wie viel Arbeit und Mühe in Produkten, Ideen, Büchern, Musikstücken, etc. steckt.
Wir haben Gesetze geschaffen und wer sich die Mühe macht und Erfolg damit hat, sollte auch ausreichend bezahlt werden. Das Internet schafft es aber nicht, Lohnkosten, Lohnnebenkosten, Pensionen, Renten, Mehrwertsteuer und Schenkungssteuer und Stiftungen und Aktien usw. ausreichend zu bezahlen. Und das schon gar nicht, wenn jeder alles jederzeit frei und überall (hin-) kopieren und weiterverbreiten kann.
Es wurde viel diskutiert, ob der Niedergang der Schallplattenindustrie etwas mit der (mangelnden) Qualität der Musik zu tun hat oder mit dem Raubkopieren. Ich finde, es dürfte heute hinlänglich und eindeutig belegt und bewiesen sein, dass das Raubkopieren den überwiegenden Teil davon trägt. Wir Musiker schneiden uns ins eigene Fleisch, wenn wir weiter für das Raubkopieren eintreten!
Ich bin jedenfalls gegen dieses Raubkopieren und bezahle weiter anständig für die Musik, die ich zuhause auf CD in guter Qualität hören möchte. Es könnte sein, dass ich wohl bald der einzige sein werde.
So ein Abkommen wie das ACTA, das "Anti Counterfeiting Trade Agreement" ist daher eine unbedingte Notwendigkeit und sollte von der Musikergilde unterstützt werden! Ich wundere mich eigentlich nur noch! Denn PPS ist doch auch eine Art "Gewerkschaftsvertreter" bzw. war es einmal. Er ist doch dafür, dass Musiker u.a. für ihre Mühe gerecht entlohnt werden, oder nicht? Offenbar nicht! Ich habe also das Gefühl, der Kommentar ist so nach dem Motto passiert, ja, bin ja selber Musiker und eigentlich auch ein Pirat und lustig-lustig gegen Kapital und sooo gesellschaftskritisch und lese und sympathisiere sowieso mit einer "Piraten"partei und mit dem "Piratentum" und will im übrigen, dass ich nur in der Sonne liege, den Mund offen habe und mir die Brathendeln in den Mund hinein fliegen, damit ich nicht verhungere und ohne, dass ich was dafür tun muss.
Das ist keine seriöse gewerkschaftliche Ansicht, die dazu dienen soll, dass Eigentumsrechte und Urheberrechte ausreichend beschützt und geistiges und körperliches Schaffen gerecht entlohnt werden, sondern einfach niveauloser Unsinn!
Nun zu einigen Behauptungen: Es stimmt z.B. nicht, dass da alles so geheim ist. Denn schon am 21.4.2010, also vor ziemlich genau vier Monaten und das ist im Journalismus eine lange Zeit, wurde nach Kritik ein „umfassendes Dokument“ von „zeit online“ veröffentlicht! Das kann man unter
http://trade.ec.europa.eu/doclib/html/146029.htm
nachlesen. Ich werde das nicht tun, denn in der Tat muss ich zugeben, aber ich kenne mich in der Materie nicht aus, habe auch nicht die Zeit, mich damit zu befassen und dort mitzureden. Ich habe aber alle möglichen schlechten Erfahrungen als "Basisdemokrat" gemacht. Die „Basisidemokratie“, bei der jeder und sogar der Dümmste, mitreden und mitbeschließen darf, die funktioniert meiner Erfahrung nach überhaupt nicht. Die kann man vergessen und es kommt dort auch nichts Gutes raus! Ich wollte sogar die „Basisdemokratie“ immer in meinen Bands haben, so wie das z.B. ja „The Doors“ schon 1967 vorgeführt haben. Hat in meinen Bands aber nie funktioniert! Daher ist es gut, dass hier sich diese Länder treffen und dass nicht die ganze (blöde) Welt mitredet bei einer tatsächlich recht komplexen Materie.
Der Weg ist ja vorgegeben. Diese Länder, die sich dort treffen, die beschließen ja nichts! Die treffen sich, diskutieren und erarbeiten einen Entwurf oder eine Resolution und der/die muss erst später ratifiziert oder den Gesetzen der einzelnen (EU-)Staaten angepasst werden. Ich sehe da kein Problem und auch nichts Schlimmes. Es ist angeblich auch gar nicht so ungewöhnlich.
Zweitens: Schon im Februar 2010 wurde von der EU-Kommission dementiert, dass es sich um ein "Geheimabkommen gegen Piraterie" handelt und dass man "die EU-Regeln zur Haftung von Internet-Dienstleistern nicht umkrempeln" und dass "Medienberichte das Handelsabkommen ACTA unzulässig vereinfachen" würden.
Aha!
Woher soll ich jetzt wissen, was da stimmt. Wenn das so ist, dann ist mind. die Hälfte der Kritik von PPS sowieso schon längst obsolet. Der "Standard" hat kürzlich einige Links zu diversen Piratenparteien gelegt. Soll ich die anklicken? Lieber nicht. Ich habe wirklich nicht das Gefühl, dass solche Populisten seriös arbeiten!
Ich habe in einer kurzen Recherche auch erfahren, dass es sowieso nicht um die private Weiterverbreitung geht, sondern um die gewerbliche Raubkopiererei. Gut so! Finde ich richtig! Ich will, verdammt noch mal, von meinen Songs leben können!
Und ich hoffe, es kommt auch bald was raus, denn, wie man ebenfalls erfährt, dauert diese Diskussion schon recht lange und es gibt viel Streit. Die Weltregierung, die dem Bürger alle möglichen Verbrechen pauschal unterstellt, so wie das PPS offensichtlich aus dem Konsum diverser Science Fiction Filme ableiten will, die liegt ja wohl in sehr weiter Ferne!
Und es geht da auch nicht, dass sich die USA überall durchsetzen und allen anderen ihr System aufzwingen wollen, sondern, dass Indien z.B. aus verschiedenen Gründen dagegen ist und die EU etwas durchsetzen will, was die USA wiederum nicht wollen. Zumindest, wenn man seriöse Medien liest und nicht die einschlägigen antiamerikanischen Blogs zu dem Thema. Es also auch hier ganz anders als es PPS andeutet. Naja, ich kenne ja die Abneigung gegen alles Amerikanische längst und nehme es am besten einfach nicht mehr ernst!
Drittens lese ich (2.8.2010, also gerade mal zwei Wochen alt) in einer Aussendung der Wirtschaftskammer, dass das "Three Strikes"-Modell“ schon gestrichen ist. Also, wozu die Aufregung? Die Leute verhandeln, diskutieren, protestieren und es wird umgearbeitet und erklärt und dementiert und gestrichen. Ich würde das unter die Rubrik "funktionierende Demokratie" einordnen.
Ich muss fast sagen, es ist sogar gut, dass da nicht Leute, wie z.B. die von der Musikergilde, mitreden dürfen. Es würde doch nur noch Senf rauskommen und es würde wahrscheinlich letztendlich gar nichts rauskommen.
Ginge es nach Leuten, die so eine Einstellung gegenüber der Demokratie und der Moderne haben, wie man sie oben erfahren kann, dann befänden wir uns geistig immer noch im Jahr 2010, aber vor Christi Geburt!
Man erfährt außerdem, dass die ganze Sache ja eh sowieso noch ziemlich lange dauern kann, weil man sich uneins ist, also, treffen wir uns doch im Jahr 2013 wieder, um das Thema weiter zu diskutieren!
Und man kann nur hoffen, dass bis dorthin nicht noch weitere zahllose Musiker/innen sich nach einem anderen Job umschauen werden müssen, weil das Raubkopieren ihnen den Profit nimmt …
http://www.euractiv.com/de/informationsgesellschaft/bruessel-dementiert-geruechte-um-geheimabkommen-gegen-piraterie
http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-04/acta-abkommen-veroeffentlicht
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/internationales-abkommen-soll-produktpiraten-schwaechen/1869428.html
http://reloaded.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=556636&DstID=5295&titel=ACTA-Abkommen |
|
|
|
| Thomas, 17.08.2010, 18:44 |
Hab noch was vergessen: Auch die Sache mit den "Internetsperren" ist laut Links nicht so wie es PPS oben beschreibt, denn erstens betrifft es Frankreich und zweitens gibt es das für bestimmte Fälle auch und man kann nur hoffen, dass es das im Fall der Weiterverbreitung von Kinderpornographie gibt und für die Helfershelfer des islamistischen Terrors!
Und wenn jemand, der einfach millionenfach an illegalem Download von Songs, auf die er die Rechte nicht hat, verdient und den Songschreiber deshalb in die Armenküche treibt, seinen Provider verliert, dann hat der das aber wirklich verdient! Und ich vergönns ihm von Herzen!
____________________
Antwort der Redaktion: Lieber Thomas, es hat mich einigermaßen erstaunt, daß Du mir vorwirfst, gegen die Interessen der Musikschaffenden zu argumentieren. Wenn Du dir die Mühe machtest, meinen zweiten [zeitgleichen] Kommentar "Vom Fensterkitt leben?" zu lesen, könntest Du dir die zeitraubende Aufregung möglicherweise ersparen. Herzlichst, Peter Paul Skrepek
PS: Die gewonnene Zeit könntest Du nutzen: Das Lesen von Eingaben, Vorschlägen und Verhandlungspapieren ist sehr erhellend. Darin steht oft das genaue Gegenteil von dem, was die EU-Kommission der Bevölkerung erklärt.
|
|
|
|
| Wolfgang, 17.08.2010, 22:16 |
Thomas. Danke für den interessanten Link
http://trade.ec.europa.eu/doclib/html/146029.htm
Offensichtlich geht es um Kontrolle. Wer sich bestohlen fühlt, soll in Zukunft uneingeschränkte Unterstützung in allen Staaten erhalten: ein internationales Durchgriffsrecht. Es gibt nur noch das US-Copyright – das europäische Urheberrecht wird bedeutungslos und abgeschafft. Alles nachzulesen im Article 3.1: International Enforcement Cooperation des Vorschlags zum Anti-Counterfeiting Trade Agreement ACTA. |
|
|
|
| Robert Hutya, 18.08.2010, 06:10 |
Tja! Das Kastel hier ist zu klein, um etwas zu schreiben. Sicherlich gewollt, Meinungsvielfalt ist nicht vorgesehen! Soll ein Witz sein!
Der Krieg der Rechtssysteme ist schon einmal gut! Was nicht ausreichend beachtet wird, ist das mittlerweile für den Verbraucher zwingende mehrfache Bezahlen derselben Leistung, im folgenden als Scheiß bezeichnet.
Ich bezahle die GIS!
Dann bezahle ich für denselben Sch..., weil die Sportübertragung öffentlich ist, die AKM! Dann ist oder kommt für denselben Sch... das Bezahlfernsehen. Kabel werden ohne meines Zutuns verlegt und ganz selbstverständlich abkassiert ohne daß mich dieser Sch... interessiert. Eine Zeitfrage, daß ich im Internet für den angeblich Staatsfernen (sicherlich bevölkerungs- und realitätsfernen) Sch... auch bezahlen muß.
Dinge, die nicht verstanden werden und hier vielleicht falsch sind, sind beabsichtigt, wer soll bei dem Sch... noch durchsteigen.
Erkannte Gefahr: Irgendwann kommt ein Brieferl, zahlens und ersparen sie sich weitere Scherereien mit diesem staatsfernen, realitätsfernen Sch...
Was klar ist: Die Politik ist noch mehr überfordert als der Verfasser selbst, was sie aber nicht hindert, sich da bei diesem Sch... wichtig zu machen. |
|
|
|
| Robert Hutya, 18.08.2010, 06:20 |
Was zwingend angedacht werden sollte! Schriftliche Einwände bei den Behörden, sogenannnte Widerspruchslyrik, obliegt genauso dem Urheberrecht und kann von Behörden nur gegen eine Gebühr uminterpretiert oder weiterverwendet werden.
Verbleibe mit Querverweis auf Sigi Maron: leckts mi am Oasch! |
|
|
|
| Thomas, 18.08.2010, 16:39 |
Wolfgang
Es ist schon wirklich "super", wie es sich Leute einfach angewöhnt haben, was dagegen zu schreiben, ohne konkret zu argumentieren. Wenn du z.B. behauptest, dass unter 3.1 drinnensteht, dass „das europäische Urheberrecht … bedeutungslos und abgeschafft" wird, dann bitte, wäre es nicht unangenehm, mir auch das entsprechende Zitat zu bringen, woraus das deiner Meinung nach denn dort ersichtlich ist. Aus 3.1. ist das nach meiner Übersetzung jedenfalls absolut nicht ersichtlich, eher im Gegenteil!
Unter 3.1. steht z.B. folgendes:
„effective protection of intellectual property rights” So weit ich "Englisch" gelernt habe, bedeutet das eben das “Urheberrecht” des “geistigen Eigentums”. Mir ist also nicht klar, woraus PPS seine Meinung bezieht, es handle sich um eine Sache "US-Produzenten-Recht" gegen "EU-Urheberrecht". Mir kommt das eher vor, da hat einer nicht genau gelesen bzw. übersetzt!
Da es bei ACTA ja nicht nur um Musik oder Romane, sondern auch um Produkte geht, habe ich schwer das Gefühl, dass PPS da ein „angelsächsisches“ System von Marktprodukten versus Urheberrechtssystem v. geistigen Eigentum in der EU konstruiert hat, das in 3.1 so gar nicht drinnen steht und bei ACTA auch nicht gemeint ist.
In 3.1. (2) wird genau beschrieben, was bekämpft werden soll:
- intellectual property right infringement
- trademark counterfeiting
- copyright piracy
Ich übersetze (obwohl ich Übersetzung gar nicht studiert habe, aber das hier traue ich mir noch zu):
- Verletzung des Urheberrechts, das geistige Eigentum betreffend
- Produktfälschung
- Urheberrechts-Piraterie
Unter 3.1. Punkt (3) geht es dann darum, dass man "im Einklang mit den jeweiligen Gesetzen des Landes" (! ) international kooperiert und sich gegenseitig hilft.
Anscheinend heißt das, dass man den international agierenden Produktfälscherbanden das Handwerk legen will. Die meisten der Produktfälscher finden sich meines Wissens in China und solchen Ländern!
Und in 3.1 (4) heißt es sogar: „Nothing in this Chapter and Chapter 4 shall require any Party to disclose confidential information which would be contrary to its laws, regulations, policies, legal practices and applicable international agreements and arrangements, including laws protecting investigative techniques, right of privacy or confidential information for law enforcement, or otherwise be contrary to public interest, or would prejudice the legitimate commercial interests of particular enterprises, public or private.”
Muss ich das wirklich übersetzen?
Also, keine Partei wird dazu gezwungen, irgendwas zu tun, was den eigenen Gesetzen, Interessen oder Wünschen, usw … widerspricht!
Es steht also unter 3.1. (4) das ganz genaue Gegenteil von dem da, was PPS oben behauptet ("Ausdehnung des produzentenfreundlicheren US-Copyrights auf Europa und den Rest der Welt")
Wie wär´s mit ein bisschen englisch üben?
Abgesehen davon kann ich dieses "Europa ist ja so super" und "alles, was aus den USA kommt" ist schlecht einfach nicht mehr hören oder lesen. Da speib ich mich doch nur noch an, wenn ich so was höre und ich bekomme auch mehr und mehr den Eindruck, dass das Gegenteil richtig ist. Das US-System ist weit besser. Die Künstler können dort bessere Verträge abschließen und mehr verdienen als bei uns. Sie sind weit besser beschützt und geschützt und zwar als Individuen und als Leute, die selber denken.
In Europa dagegen erwartet jeder, dass der Staat alles tut und der Staat hemmt eben auch sehr und PPS wird es nie kapieren!
Und nicht zu vergessen, dass eben die Amis die bessere Musik machen, die besseren Videos, die besseren Science-Fiction-Filme, die bessere Software, die besseren Computerspiele, die besseren Blockbusters und die besseren Sozialkritik-u. Sozialkitsch-Filme und die mit großem Abstand weit besseren Serien und Krimiserien! Und das wird wohl nicht daran liegen, dass die Rechte der dortigen Drehbuchautoren so schlecht geschützt sind, wie uns das PPS andauernd weismachen will!
Schön ist außerdem, dass PPS sich dafür einsetzt, dass die chinesischen Produktfälscher weiter international agieren dürfen und man nichts dagegen machen kann, denn wenn ACTA noch weiter verzögert wird, weil sich irgendwelche dubiosen Piratenparteien, die nicht englisch können, lautstark beklagen, dann werden eben weiter Tausende oder Zehntausende arbeitslos werden.
Ich muss ehrlich sagen, aber mir stinkt das!
Ich glaube zwar nicht, dass PPS das so will, aber ich glaube, dass seine Abneigung gegen USA und US-Produkte und alles, was von dort kommt, so groß ist, dass er einfach die Realität nicht sehen will.
____________________
Hinweis der Redaktion: Das gesamte Zitat 3.1 (4) weiter oben steht im englischen Originaltext in eckigen Klammern. Damit ist eine Ergänzung gekennzeichnet, die ein einzelner Verhandlungsteilnehmer [z. B. ein Staat] verlangt hat. Diese Ergänzung bzw. Verhandlungsposition kann in den Vertragstext einfließen, muß aber nicht. |
|
|
|
| Thomas, 18.08.2010, 16:50 |
Betr. "Antwort der Redaktion" und PS:
Weißt du, lieber Peter, ich wähle eben nicht die Kommunisten und schon gar nicht die Piratenparteien, sondern gut gebildete und intelligente Volksvertreter, die durchaus auch in meinem Interesse tätig sind und ich vertraue ihnen, dass etwas sinnvolles rauskommen wird, wenn die die entsprechenden Papiere schreiben und lesen. Ich muss das also nicht selber tun.
Wenn aber dann Parteien wie die "Linkspartei", in der ja noch jede Menge Stasi-Leute sitzen, sich über einzelne Sätzen hermachen und aufregen und da einen Aufstand machen, nur weil sie gegen die USA und das Kapital sind und weil sie dann alle möglichen Horroszenarien in ihren idiotischen Presseaussendungen konstruieren, werde ich sicher nicht meine kostbare Zeit für das Lesen solcher Propaganda-Papiere verschwenden. Das kannst du wirklich nicht von mir verlangen! |
|
|
|
| Thomas, 18.08.2010, 17:18 |
Eins noch: Lieber Peter!
Betr. Ich werfe dir vor, gegen die Interessen der Musikschaffenden zu agieren
Das werfe ich dir natürlich nicht vor, zumindest nicht generell: Die Frage ist, welche "Musikschaffenden" mit welcher Einstellung? Du bist sicher im Sinne derjenigen tätig, die gerne vom ORF gespielt werden (würden) und derjenigen, die über die AKM Geld bekommen (sollen). Schön! Aber damit eine richtig gute Musikkultur entstehen kann, braucht es freie Unternehmer, freie Ideen, Eigeninitiative und Konkurrenz. Weil Österreich bei den Privatradios um viele Jahrzehnte international hinterherhinkt, sind wir eben jetzt total vom ORF abhängig und ich finde das nicht gut. Ich finde es sehr schlecht sogar!
Und du bist gegen das Kapital und für staatliche Bevormundung und setzt dich daher sicher nicht ein für jene Musikschaffenden, die von starken privaten Unternehmen in der Musikbranche profitieren könnten. |
|
|
|
Franz, f.kafka dassschloss.cz, 18.08.2010, 18:12 |
| Der Kommentar von PPS ist meiner Ansicht nach gut recherchiert. Und er richtet sich in keinster Weise gegen Musiker, Komponisten oder Künstler generell. Den Hauptpunkt von Skrepeks Kritik, die Warnung vor einem totalen Überwachungsstaat, teile ich hundertprozentig! Zu einigen Leserbriefen: Ich frage mich, wie man einen Text derart mißverstehen kann. Allein der Titel "Befreiung von der eigenen Unmündigkeit" sagt ja alles. |
|
|
|
| Thomas, 19.08.2010, 13:54 |
Franz
Ich habe den Text des Kommentars überhaupt nicht missverstanden! Ich habe ihn, ganz im Gegenteil, sogar sehr gut verstanden. Nur habe ich eben eine ganz andere Meinung zu der Sache und meine Recherche hat eben auch ergeben, dass sich die Faktenlage ganz anders darstellt.
Und bei einer "Recherche" geht es nicht um Ansichten, sondern um Fakten.
Ich habe einen Link zu einem längst nicht mehr geheimen Papier angegeben, das genauer zeigt, worum es geht. Außerdem Links zu Berichten seriöser Medien, die besagen, dass diese "Internetsperren" vom Tisch sind bzw. in gewissen Fällen längst eingesetzt werden können, wie z.B. in Frankreich in Fällen der Kinderpornographie
Es kann jeder diese Links nachlesen bzw. selbst recherchieren.
Ich habe auch nicht behauptet, dass sich der Kommentar von PPS gegen Musiker und Komponisten richtet, sondern behauptet, dass ACTA den Komponisten und Musikern nutzen würde, weil es das gewerbliche Verbreiten von Raubkopien erheblich einschränken könnte. (es sei denn, die Proteste der Piratenparteien bzw. d. v.d. Stasi unterwanderten Linkspartei verwässern das Ganze)
Für mich ist es da ein bisschen seltsam, dass man so große Angst vor "Überwachung" hat, weil man international agierenden Räuberbanden das Handwerk legen will, aber nichts dabei findet, die gleichen Ansichten sowie die (ideologischen) Interessen der deutschen Linkspartei zu vertreten, in der sich noch die ganzen alten Kader der Stasi tummeln, die in der Tat die Leute bis ins Schlafzimmer ausspioniert haben.
Es war in der Tat die deutsche Linkspartei, die wesentlich zu den Protesten gegen ACTA beigetragen hat
Außerdem, aber worum geht es denn wirklich? Stell dir vor, du nimmst eine CD auf und vertreibst sie selbst, möchtest 10 Euro pro Stück dafür, um wenigstens die Unkosten wieder reinzubekommen und machst dafür ein Geschäft in der Wiener Innenstadt auf und dann stellen sich Leute links und rechts neben das Geschäft und davor und verteilen deine CD völlig kostenlos an alle, die in dein Geschäft hineinwollen und so kommt niemand mehr zu dir und kauft deine CD, obwohl du eigentlich die exklusiven Rechte hast!
Findest du das lustig?
So funktioniert aber das Internet und so zerstören wir Arbeitsplätze und die Löhne der Leute, wenn wir kostenlos runterladen bzw. Fälscherprodukte aus China einkaufen, weil die um 70% billiger sind.
Deshalb glaube ich, dass die Proteste gegen ACTA ideologisch gesteuert und völlig kontraproduktiv sind, vor allem für uns Musiker! Da geht's wieder mal gegen die USA und gegen das Kapital und die Unternehmen und sonst nichts.
Betr. Titel „Befreiung von der eigenen Unmündigkeit“:
Die Welt wäre wirklich schön, wenn hin und wieder der Inhalt eines Kommentars den Ansprüchen seines Titels gerecht würde. |
|
|
|
| Thomas, 19.08.2010, 14:01 |
Uiii! Freudscher Versprecher
"Befreiung von der eigenen Mündigkeit" natürlich! |
|
|
|
| Susanne B., Susa_Bgmx.net, 20.08.2010, 12:50 |
Als Musikerin bin ich für eine weite Verbreitung meiner Musik. Ich möchte aber selbst entscheiden, ob das für das Publikum gratis ist oder ob ich bezahlt werden muss.
ACTA bringt mir da gar nichts. Ich halte es für erwiesen, dass der Datenverkehr überwacht wird. Das ist ein Angriff auf die bürgerlichen Freiheiten. Die Gefahr einer Legalisierung der Kontrolle besteht. Wer das abstreitet, lebt auf dem Mond. |
|
|
|
| Kurt, 21.08.2010, 12:35 |
| Süss wie immer, der gute Thomas! Schön brav den USA und ihren Produkten und ihrer Ideologie huldigen. Vielleicht fällt dann ein kleiner Brosamen ab und man darf mit den so suuuuper Verträgen ausgestattet für den american way of life mitarbeiten. Mit Verträgen, wo eine ganze Latte von "Zwischenhändlern" und Sub-Subverlegern mitschneidet... Warum dann noch hier und nicht im (Katzen-)goldenen Westen? |
|
|
|
| Thomas, 27.08.2010, 16:41 |
Kurt
Ja Ja! Die USA und ihre (böse! ) "Ideologie". Natürlich! Aber, was ist eigentlich die "Ideologie" der USA?
Liest man z.B. die 7 Artikel und 27 Zusatzartikel der Verfassung der USA...
http://usa.usembassy.de/etexts/gov/gov-constitutiond.pdf
... und schaut sich anschließend die 152 Artikel der österreichischen Bundesverfassung...
http://www.oesterreich.com/deutsch/staat/b-vg-inh.htm
... an, dann wird ja wohl schnell klar, welches der beiden Länder seinen Bürgern viel eher die „eigene Mündigkeit“ (siehe Überschrift oben, von PPS) zutraut und zugesteht!
Übrigens: Ich habe nichts gegen Österreich, warum also sollte ich auswandern, außerdem weiß ich ja, dass es uns hier ohne den sehr positiven Einfluss der USA lange nicht so gut gehen würde und wir als Menschen so frei wären. Und damit das auch in Zukunft so bleibt, muss leider jemand gegen die üblichen antiamerikanischen Floskeln und Klischees anschreiben. |
|
|
|
| Thomas, 27.08.2010, 16:54 |
Susanne B.
Und ich bin auch Musiker und ich möchte genauso wie du selbst entscheiden können, wem ich meine Musik schenke und von wem ich dafür Geld verlange und ich will eben nicht, dass irgendein Fremder (Mafiosi?) auf meine Kosten mit meinen Produkten hausieren geht.
Nimm also zur Kenntnis, dass es Leute gibt, denen „Acta“ durchaus etwas bringt und dass ich dazu gehöre. Überwachung gab es immer schon. Schon vor 40 Jahren wurden Telefongespräche von Mafiosi von der Polizei abgehört. Und? Das war ja auch richtig so! Jetzt passiert Kommunikation eben vor allem über das Internet. Im Westen gibt es für die Überwachung klare Regeln und ausreichende Kontrolle durch Datenschützer und Oppositionsparteien.
Deine Befürchtigungen halte ich daher für übertrieben! Noch dazu, wenn du hier selbst deine eigene E-Mail-Adresse für alle sichtbar auf eine Website stellst!
|
|
|
|
Übersicht | Zum Anfang |